Der Kongress „menschliche Medizin 2022“ fand als Präsenzveranstaltung in Frankfurt am 3. und 4. September statt, organisiert von Prof. Jörg Spitz. Sein Thema Herz-Kreislauf-Erkrankungen bedeutet innerhalb der „nicht übertragbaren Krankheiten“ (NCD) das drängendste Kapitel, denn Herzerkrankungen sind weiterhin die Todesursache Nr. 1 in den Industrieländern, trotz hervorragender technologischer Errungenschaften in der Kardiologie.

Der Organisator verfolgte auch bei diesem Kongress mit der Auswahl seiner Vortragsthemen, von denen nachfolgend einige kurz beschrieben werden, sein Ziel von Vorbeugen anstelle von Reparatur. Es soll nach zusätzlichen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten Ausschau gehalten werden, sowie praktikable Maßnahmen zur Prävention vorgestellt werden, damit Ärzte aktuelles medizinisches Wissen zum Wohle ihrer Patienten weitergeben und anwenden können.

In diesem Sinne hielt er selbst das Eingangsreferat mit dem Thema „Deutschlands kranke Menschen. Hand aufs Herz: Was läuft schief in unserem Land?“ Sein inspirierender Kernsatz: „Der Mensch ist nicht für die Welt gemacht, die er selbst geschaffen hat“. Folgerichtig kam dann die Aufzählung der natürlichen Ressourcen, deren zunehmende Nicht-Nutzung uns gesundheitlich schädigt. Dazu gehören u.a. auch tägliche Aufenthalte im Freien und das Sonnenlicht für die Tagesrhythmik bzw. als Lichtquelle mit seinen stoffwechselrelevanten UV- aber auch Infrarotanteilen im Spektrum. Und danach folgte die deprimierende Aufzählung der Schadstoffe in unserer Umwelt durch Technik/Industrie.

Der Kardiologe Dr. Carsten Nolte aus Dresden gab einen engagierten Überblick über das reichlich vorhandene medizinische Wissen in der Kardiologie im Vergleich zur angewandten Versorgungsrealität. Sein dringendes Plädoyer an die Ethik jedes Arztes: Wissen weitergeben, nicht nur Guidelines.

 

Der Apotheker Uwe Gröber aus Essen gab einen fulminanten und sehr detaillierten Überblick über Nahrungsergänzungsstoffe in ihrer Vielzahl sowie ihrer Bedeutung für den Stoffwechsel bzw. Krankheitsentwicklung. In unseren technisierten Zeiten müssen wir nun tatsächlich zur Erhaltung der Gesundheit Nahrungsergänzungsstoffe einnehmen, denn seit Jahrzehnten hat die technikunterstützte Massenzüchtung oder -herstellung von pflanzlichen und tierischen Nahrungsmitteln zur chronischen Verarmung der Produkte gegenüber den früher vorhandenen Lebensmitteln aus kleinbetrieblichem Ackerbau und Viehzucht geführt.

Über die Mitochondrien der Zellen sprach Prof. Jörg Bergemann.  Sie sind wesentlich für die Energieherstellung in den Zellen zuständig und auch für Zellalterung und Apoptose. Sie vermehren sich durch Teilung aber auch durch Fusion, was letztlich eine Reparaturmöglichkeit darstellt. Obendrein können sie frei im Körper kreisen und somit auch auf andere Zellen übertragen werden. Für ihre Stärkung helfen Stress Vermeidung, Gelassenheit, Freundschaften, gesunde Umwelt und gesunde Ernährung, sowie auch intermittierendes Fasten und Kalorienreduktion.

Was der Arzt Markus Peters aus Bordesholm berichtete, wünschen sich beim Praxisbesuch alle Patienten an Einfühlsamkeit und ganzheitlicher Medizin, gerade jetzt in den modernen Zeiten von Datenerfassung am Computer und DRGs.  Am Beispiel von Vorhofflimmern zeigte er seinen Weg von Empathie, Wissensvermittlung und Begleitung, das Ernstnehmen der Patienten Angst, die Risikoabschätzung und diverse Unterstützungsmaßnahmen zur Revitalisierung. Nicht zu kurz kamen die in diesem Vortrag auch grundlegenden Schritte erfolgreicher Motivation und Patientenführung.

Die Kardiologieprofessorin Helene von Bibra berichtete über die Entwicklung des Ultraschalls des Herzens hin zur diagnostisch führenden Untersuchungstechnik in der Kardiologie, d.h. seit 1972 von der eindimensionalen M-mode Technik bis zur Diagnostik der Herzfunktion mit Gewebedoppler. Letzterer erst hat die Diagnostik der sehr verbreiteten, metabolisch bedingten, diastolischen Herzinsuffizienz (HFpEF) ermöglicht. Die neue gute Botschaft: HFpEF kann ursächlich mit Low-Carb Ernährung, also diätetisch, behandelt werden. Daran schließt sich der dringende Apell an Ärzte, dies alltagstaugliche neue Wissen zur Prävention von Herzinsuffizienz und Diabetes Patienten zu empfehlen und zwar speziell in Form von zertifizierten online Kursangeboten, denn wenigstens diese Form präventiver Ernährungsprogramme wird von gesetzlichen Krankenkassen erstattet.

Mit der Empfehlung von präventiven und erstattungsfähigen online Ernährungskursen, wie z.B. dem MindCarb Ernährungsprogramm „Diabetes vorbeugen und mit Genuss abnehmen – online Kurs“ geben Ärzte gefährdeten Patienten dank moderner Technologie eine kostenneutrale Heilungschance durch Wissensvermittlung zu Gesundheit und Essen: eine Win-Win Situation für Arzt und Patient.